Friedensstifter-Schule

Das Projekt „Friedensstifter-Schule“ an der Grundschule-Crengeldanz
Ein Projekt der Ev. Jugend Hattingen-Witten zur Schulentwicklung in Kooperation mit:
Kindern, Eltern, Schulgemeinde, LehrerInnen, Offener Ganztag, Schulsozialarbeit, Elternverein, Gewalt Akademie Villigst.
Gefördert von:
Kinder- und Jugendförderplan des Landes NRW, Kirchlicher Jugendplan der Ev. Kirche von Westfalen, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen, Jugend (Lokaler Aktionsplan Witten)

Friedensstifter ist ein soziales – präventives Projekt.
Es will die soziale Kultur am Standort der Crengeldanzgrundschule nachhaltig verbessern. Respekt und Achtung, Rücksichtnahme und Sensibilität, Sprachfähigkeit und Gewaltlosigkeit, Abbau von Ängsten, die Entdeckung der eigenen Potentiale und die Potentiale der Gemeinschaft stehen im Zentrum. Kinder und Erwachsene werden zu Friedensstiftern befähigt. Sie gestalten gemeinsam den Sozialraum SCHULE.

Ziel ist eine gesunde Schule der Vielfalt!
Die Bedeutung von Heterogenität* nimmt zu. Schule ist ein öffentlicher Ort, der wie kein anderer dadurch geprägt ist, dass sich hier Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft und religiöser Zugehörigkeiten, in gleicher Vielfalt, in gleicher Nähe und Intensität begegnen.
Ohne Angst verschieden zu sein – beachtet, respektiert, unterstützt und vielleicht sogar geliebt zu werden, das sind Grundbedürfnisse von Menschen.

Umsetzung:
In der zweijährigen Projektphase wurde das Konzept entwickelt, es fanden Fortbildungen für die Lehrkräfte und die OGS sowie Trainings für Schüler und Workshops für Eltern statt. Im Dezember 2013 wurde die Crengeldanzschule als „Erste Friedensstifterschule in NRW“ zertifiziert.
Als Friedensstifterschule achten wir auf einen gewaltfreien und respektvollen Umgang miteinander:
⦁ Wir erlernen höfliche Umgangsformen (z.B. durch das Motto des Monats) und setzen diese um.
⦁ Wir treffen Vereinbarungen des Zusammenlebens in den Klassen.
⦁ Wir gehen gewaltfrei miteinander um und lösen Konflikte nicht durch Gewalt.
⦁ Wir respektieren die Individualität des Einzelnen und fügen einander keine seelischen oder körperlichen Schäden zu.
⦁ Wir achten aufeinander und helfen uns gegenseitig.

Die Umsetzung für eine „Friedensstifter-Schule“ geschieht auf zwei
verschiedenen Ebenen:
⦁ Persönlichkeitsebene der Kinder, LehrerInnen, OGS-Mitarbeiter/innen und Eltern
Vertrauen entwickeln, Gewalt erkennen, andere und sich selbst verstehen, Konfliktbearbeitung, Deeskalation und Interventionsmethoden, Verantwortung übernehmen, Hilfe holen und organisieren.
Kulturelle und strukturelle Ebene der Schule
Kommunikation, Achtsamkeit, Alltagsprobleme von außen erkennen, auf Verschiedenartigkeit Rücksicht nehmen, Einbindung in Schule und OGS, Struktur und Regelwerk, Rahmenbedingungen zur Verbesserung des Sozialklimas

Ziele des Projektes für Kinder
⦁ Nachhaltige Verbesserung der sozialen Kultur und Kompetenzen der Kinder und Mitarbeiter in der Schule
⦁ Gemeinsame Gestaltung eines Sozialraums, in dem positive Persönlichkeitsentwicklung gelingen kann
⦁ Gestaltung eines Ortes in dem jede/r sich willkommen fühlt
⦁ Entwicklung eines gesundheitsfördernden Rahmens im Sinne der WHO*
⦁ Unterstützung einer anregenden, erfolgreichen und vielschichtigen Lernumgebung
⦁ Vertrauen aufbauen
⦁ Werte und Regeln leben
⦁ Vielfalt anerkennen
⦁ Gemeinschaft stärken
⦁ Probleme ansprechen
⦁ Konflikte erkennen
Regelmäßig finden Sozialtrainings in den Klassen statt. Diese basieren auf ein eigens dafür erarbeitetes Curriculum in dem je nach Jahrgang andere thematische Schwerpunkte behandelt werden.
In den Klassen findet einmal pro Woche für alle zur selben Zeit eine Zebrastunde statt. Hier werden verschiedene Anliegen der Klasse besprochen, oder die thematischen Inhalte des Friedensstifterrates demokratisch vorbereitet und aufgearbeitet. Der Friedensstifterrat tagt ca. 1 Mal im Monat. Aus jeder Klasse werden zu Beginn des Schuljahres zwei Friedensstifterkinder und Eltern für den Rat gewählt. Hier haben die Schüler die Möglichkeit eigene Anliegen zu besprechen, mit zu bestimmen und Entscheidungen zu treffen. Die Eltern können im Rat beratend und helfend anwesend sein.
Weiterhin tagt in regelmäßigen Abständen die Arbeitsgruppe des Friedensstifterprojektes. Hier sind die Schulleitung, Lehrer, Eltern, Mitglieder der OGS und die Schulsozialarbeit vertreten. Gemeinsam wird dafür gesorgt, dass das Projekt nachhaltig weitergeführt wird.
Aktuell arbeitet die Arbeitsgruppe, daran, wie die Eltern ihre Kinder unterstützen können, das „Motto des Monats“ umzusetzen.

*Heterogenität = Uneinheitlichkeit der Menge